Klett-Cotta-Verlag Psychology

Kindliche Reaktionen auf Trennung und Scheidung


April 1995, 20. Jahrgang, Heft 2, pp 127-154



Zusammenfassung
Kindliche Reaktionen auf Trennung und Scheidung werden vor dem Hintergrund der aktuellen Forschung erörtert. Es wird der Standpunkt vertreten, daß die Bewältigung des Trennungs- bzw. Scheidungsgeschehens durch das Kind sowohl mit kindlichen Charakteristika, wie Entwicklungsstand, Geschlecht und Temperament als auch mit Faktoren des familialen Systems, wie familiales Konfliktniveau, Kompetenz des sorgeberechtigten Elternteils, Qualität der Beziehung des Kindes zum nichtsorgeberechtigten Elternteil, gewählte Sorgerechtsregelung und gegenwärtiger Status der Familie zusammenhängt. Darüber hinaus bestimmen Faktoren des Exo- und Makrosystems die Art und Weise mit, wie ein solches Ereignis durch das Kind bewältigt wird. Mittel- und langfristige Auswirkungen von Scheidung auf die kindliche Entwicklung werden thematisiert. Schließlich wird die Frage nach der transgenerativen Transmission behandelt. Der Verfasser vertritt die Auffassung, daß nur mit Hilfe eines komplexen, multifaktoriellen Modells die Bewältigung der Transition infolge einer Trennung bzw. Scheidung und der dadurch eingeleiteten Reorganisation im Familienentwicklungsprozeß angemessen erklärt werden kann.

Abstract
Children’s reactions to separation and divorce are discussed against the background of current research. It is argued that a child copes with divorce and separation according to its individual characteristics like state of development, sex and temperament on the one hand, and by the factors concerning the family system such as family conflict, competence of the custodial parent, quality of the child’s relation to the non-custodial parent, the chosen form of custody, and the current status of the family on the other hand. In addition, factors of the exosystem and macrosystem contribute to the way a child masters such an event. Immediate and long term consequences of divorce on the child’s development are discussed. Finally the question of transgenerative transmission is considered. The author suggests that transition caused by separation or divorce and, consequently, the reorganisation of the family development process can only be adequately explained on the basis of a complex multi-factorial model and within a family-transition-approach.

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