Klett-Cotta-Verlag Psychology
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Wenn Eltern Gewalt ausüben

Ein systemisches Modell zum Verständnis innerfamiliärer Gewalt


Juli 2014, 39. Jahrgang, Heft 3, pp 218-223



Zusammenfassung
Wenn Eltern ihren Kindern gegenüber Gewalt anwenden, kommen Fachpersonen emotional sehr schnell an Grenzen. Sie fühlen sich unter Druck, die Kinder rasch und effizient zu schützen. Gleichzeitig ist es schwierig, mit den tätlichen Eltern ins Gespräch zu kommen. Dabei hilft ein Modell, das Gewalt als zusätzliches Familienmitglied begreift, welches bestimmte Eigenschaften aufweist und eine heftige und zwingende Dynamik auslöst. Um die Klienten zu unterstützen, dem Wesen Gewalt einen weniger bestimmenden Platz zuzuweisen, hilft ein Bild von funktionierender Familie, die im Gleichgewicht von sechs Faktoren eingebettet ist. Diese sind: Tragfähigkeit der Beziehungen, Sicherheit über Ressourcen, Klarheit der Strukturen, Offenheit in der Interpretation von Wahrnehmungen, Fähigkeit zur Selbstbehauptung, Möglichkeiten des Gefühlsausdrucks. Eine Situationsanalyse kann aufzeigen, welche dieser Faktoren besonders stark aus dem Gleichgewicht geraten sind. Im Artikel wird beispielhaft aufgezeigt, in welcher Weise dieses Modell in der Arbeit mit einer gewaltbetroffenen Familie eingesetzt werden könnte.

Abstract
Violent Parents – A systemic model for the understanding of violence in families
When parents resort to violence, professionals called in to deal with the problem quickly come up against their emotional limits. They feel under pressure to protect the children quickly and efficiently. At the same time it is difficult to establish interpersonal contact with the parents. Helpful in such circumstances is a model that conceives of violence as an additional family member that displays certain character traits and sets in train a forceful and compelling dynamic. To help the clients to allocate to this being a less dominant place, it is useful to draw on an image of a functional family that is embedded in a state of equilibrium balancing out six different factors: relationship resilience, resource security, structural clarity, openness in the interpretation of perceptions, a capacity for self-assertion and potentialities for expressing feelings. Situational analysis can reveal which of these factors are seriously out of kilter. The article describes the use of the model in work with a family affected by violence.



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