Klett-Cotta-Verlag Psychology
Im Fokus

Die Verkörperung der Unternehmerfamilie

Systemische Strukturaufstellungen einer besonderen Sozialform


Januar 2019, 44. Jahrgang, Heft 1, pp 24-32

DOI 10.21706/fd-44-1-24



Zusammenfassung
Unternehmerfamilien sind besondere Sozialsysteme, in denen sich die in der modernen Gesellschaft gemeinhin getrennten Sphären der Familie und des Unternehmens verbinden. Diese Verbindung sowie die Herausforderungen, die damit einhergehen, lassen sich mit systemischen Strukturaufstellungen reflektieren. Diese systemische Reflexion nutzt Körperwahrnehmungen im Raum, die bestenfalls dreierlei anregen: kognitive, emotionale und aktionale Bewegungen, also Veränderungen in Kopf, Herz und Hand. Wie dies in der Arbeit mit Unternehmerfamilien realisiert werden kann, wird anhand der Tetralemma-, der Nachfolge- und der Polaritäten-Aufstellung gezeigt.

Abstract
Embodying Business Families – Systemic Structural Constellations for a Special Social System
Business families are very special social systems in that two spheres normally separated off from one another in modern society come together as a unit: families and enterprises. This combination and the challenges it poses can be reflected upon by means of systemic structural constellations. Systemic reflection of this kind draws upon body perceptions in space which in the ideal case stimulate three human faculties: cognitive, emotional and actional, i. e. they can trigger changes in head, heart and hand. Ways in which this can be brought about in work with business families are illustrated with reference to three constellations: tetralemma, the succession process in business families, and the polarity of head, heart and hand.

  1. Ferrari, E. (2011). Führung im Raum der Werte. Das GPA-Schema nach SySt. Aachen: Ferrarimedia.
  2. Frank, H., Lueger, M., Nosé, L., & Suchy, D. (2010). The concept of »familiness«: Literature review and systems theory-based reflections. Journal of Family Business Strategy, 1, 119 – 130. DOI 10.1016/j.jfbs.2010.08.001 .
  3. Freud, S. (1914). Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten. Weitere Ratschläge zur Technik der Psychoanalyse, II. In S. Freud. Zur Dynamik der Übertragung. Behandlungstechnische Schriften (S. 85 – 95) Frankfurt a. M.: Fischer (1992).
  4. Kleve, H. (2004). Die intime Grenze funktionaler Partizipation. Ein Revisionsvorschlag zum systemtheoretischen Inklusion- / Exklusion-Konzept. In R. Merten & A. Scherr (Hrsg.), Inklusion und Exklusion in der Sozialen Arbeit (S. 163 – 187) Wiesbaden: VS-Verlag. DOI 10.1007/978-3-322-80900-1_9 .
  5. Kleve, H. (2011). Aufgestellte Unterschiede. Systemische Aufstellung und Tetralemma in der Sozialen Arbeit. Heidelberg: Carl-Auer.
  6. Kleve, H. (2014). Arbeit mit Skulpturen und Aufstellungen. In T. Levold & M. Wirsching (Hrsg.), Systemische Therapie und Beratung. Das große Lehrbuch (S. 234 – 240) Heidelberg: Carl-Auer.
  7. Kleve, H. (2017). Das Tetralemma der Unternehmerfamilie. Skizze eines systemischen Forschungsprogramms. systeme, 2, 224 – 243.
  8. Leiß, G. (2014). »Ich seh das Ganze als Staffellauf«. Intergenerative Aushandlung im Nachfolgeprozess von Unternehmerfamilien. Heidelberg: Carl-Auer.
  9. Levold, T., & Wirsching, M. (Hrsg.) (2014). Systemische Therapie und Beratung. Das große Lehrbuch. Heidelberg: Carl-Auer.
  10. Luhmann, N. (1990). Sozialsystem Familie. In N. Luhmann, Soziologische Aufklärung 5. Konstruktivistische Perspektiven (S. 196 – 217) Opladen: Westdeutscher Verlag.
  11. Müller-Christ, G., & Pijetlovic, D. (2018). Komplexe Systeme lesen. Das Potential von Systemaufstellungen in Wissenschaft und Praxis. Berlin / Heidelberg: Springer / Gabler. DOI 10.1007/978-3-662-56796-8 .
  12. Schlippe, A. v., & Schweitzer, J. (2012). Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I. Das Grundlagenwissen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
  13. Schlippe, A. v. (2014). Das kommt in den besten Familien vor. Systemische Konfliktbearbeitung in Familien und Familienunternehmen. Stuttgart: Concadora.
  14. Schlippe A. v., Groth, T., & Rüsen, T. (2017). Die beiden Seiten der Unternehmerfamilie. Familienstrategie über Generationen. Auf dem Weg zu einer Theorie der Unternehmerfamilie. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. DOI 10.13109/9783666403811 .
  15. Schlötter, P. (2005). Vertraute Sprache und ihre Entdeckung. Systemaufstellungen sind kein Zufallsprodukt – der empirische Nachweis. Heidelberg: Carl-Auer.
  16. Simon, F. B. (2012). Einführung in die Theorie des Familienunternehmens. Heidelberg: Carl-Auer.
  17. Sparrer, I., & Varga von Kibéd, M. (2010). Klare Sicht im Blindflug. Schriften zur Systemischen Strukturaufstellung. Heidelberg: Carl-Auer.
  18. Stamm, I. (2013). Unternehmerfamilie. Über den Einfluss des Unternehmens auf Lebenslauf, Generationenbeziehungen und soziale Identität. Opladen, Berlin & Toronto: Budrich. DOI 10.3224/84740050 .
  19. Varga von Kibéd, M., & Sparrer, I. (2016). Ganz im Gegenteil. Tetralemmaarbeit und andere Grundformen Systemischer Strukturaufstellungen – für Querdenker und solche, die es werden wollen. Heidelberg: Carl-Auer (9. Aufl.).
  20. Wirth, J. V., & Kleve, H. (Hrsg.) (2012). Lexikon des Systemischen Arbeitens. Grundbegriffe der systemischen Praxis, Methodik und Theorie. Heidelberg: Carl-Auer.


Kopieren Sie diesen Link:

https://doi.org/10.21706/fd-44-1-24

 Lesezeichen hinzufügen